rezensiert von Matthias Wozniak
Das Buch ist der erste Titel des
von Uta Wolf im November 2005
in Leipzig gegründeten Verlages
und ein richtiger kleiner Verkaufserfolg
– vor allem in den
historisch betroffenen Orten
Fritzlar und Quedlinburg.
König Heinrich
geschrieben und illustriert von
Uta Wolf
28 Seiten, 15 cm x 13 cm
Preis: EUR 7,90
erschienen im Februar 2006
Die Heinrichlegende neu erzählt und illustriert in einem Bilderbuch
von Uta Wolf.
Mittelalterliche Geschichte kann richtig spannend sein – insbesondere
wenn man den kleinen Geschichten und Begebenheiten
jenseits der historischen Fakten nachspürt. Eine der
schönsten mittelalterlichen Legenden – die Ernennung des
Sachsenherzogs Heinrich zum König – hat die Autorin und Illustratorin
Uta Wolf aufgespürt und in ihrem Bilderbuch „König
Heinrich“ neu zum Leben erweckt. König Heinrich I. war nicht
irgendein König, gilt er doch als der erste deutsche König und
Begründer des Heiligen Römischen Reiches. Bekannt war er
aber auch für seine besondere Gabe mit Vögeln umzugehen,
weshalb ihn sein Volk liebevoll Heinrich den Vogelkönig nannte.
Er führte ein ruhmreiches und beschauliches Leben als
Herzog und Ritter auf seiner Burg in Quedlinburg, gründete
Städte, jagte in den Wäldern des Harzes und beobachtete am
liebsten seine gefiederten Freunde auf den sogenannten Vogelherden.
Aus dieser behaglichen Idylle reißt ihn die überraschende
Botschaft über seine Ernennung zum Nachfolger von
König Konrad, die ihn ausgerechnet an seinem Lieblingsort,
den Finkenherd, erreicht. König Heinrich I erlangte Bedeutung
als siegreicher König und Vater des zukünftigen Kaisers Otto
des Großen. Die Anekdote von der „Königsnachricht“ auf dem
Finkenherd hingegen verleiht dem historischen Ereignis einen
menschlichen und unterhaltsamen Aspekt. Dass sie sich auch
wunderbar als Geschichte für kleine Kinder eignet, zeigt Uta
Wolf, indem sie die Legende in ihrem Bilderbuch mit der erforderlichen
Leichtigkeit und einem Augenzwinkern erzählt. Die
Illustrationen sind in Aquarelltechnik entstanden und orientieren
sich an einem der kindlichen Vorstellungswelt ausgerichteten
Ausdruck.